Lokale Sektion Wädenswil des SVS/Birdlife Schweiz und ZVS/Birdlife Zürich


Aktuelle Projekte

Obstgartenprojekt Horgen - Wädenswil

Trägerschaft
Das Projekt wird getragen und unterstützt von den Naturschutzvereinen Horgen und Wädenswil sowie vom Schweizer Vogelschutz SVS, dem Zürcher Vogelschutz ZVS und unter Einbezug der Standortgemeinden, dem Lotteriefonds, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und verschiedenen Stiftungen.

Arbeitsgruppe
Die kleine Arbeitsgruppe besteht aus dem SVS-Geschäftsführer, je 2 Vertretern der Naturschutzvereine Horgen und Wädenswil und dem Vernetzungsleiter ÖQV (Öko-Qualitäts-Verordnung). Die Koordinations liegt beim Büro für Naturschutz Zürich (Livia Haag). Zusätzlich arbeiten verschiedene Fachleute für das Projekt.

Dank der positiven Einstellung der Behörden, der Mitarbeit der Bewirtschafter und Landeigentümer und den verschiedenen Sponsoren kommt das Projekt gut voran. Die Mitglieder der Naturschutzvereine Horgen und Wädenswil unterstützen das Projekt mit freiwilliger Arbeit und auch finanziell. Werden auch Sie Mitglied!

Projektziele
- Erhaltung, Erweiterung und ökologische Aufwertungen der Hochstamm-Obstgärten
- Die bereits angelegten Blumenwiesen und Kleinstrukturen langfristig pflegen und neue Anlagen anlegen
- Förderung von neuen Prioritätsarten durch spezifische Aufwertungen
- Aufklärung und Sensibilisierung von Schulklassen und Konsumenten über Zusammenhänge "Hochstamm-Obstgärten - Artenvielfalt - Hochstammprodukte"

Eine kleine Gruppe von Ornithologen von Horgen und Wädenswil beobachtet und kartiert seit 2005 intensiv den Gartenrotschwanz in Projektgebiet.

Ergebnis Sichere Bruten Mögliche Bruten
2013 1 2
2012 0 3
2011 1 3
2010 1 1
2009 3 6
2008 3 5
2007 5 4
2006 3 1
2005 2 4

2011 - 2014 2. Periode
Verlängerung des Projektes, damit die umgesetzten Massnahmen eine nachhaltige Wirkung erzielen.
Das jetzige Gebiet wird auf das ganze Gemeindegebiet von Wädenswil ausgedehnt
Prioritätsarten sind:
- Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper
- Braunes Langohr
- Schachbrettfalter

2014
Ökologische Aufwertungsmassnahmen im Furthof, Wädenswil sind geplant.

2013
Es wurden angelegt:
- 1 Schürffläche mit Reptilienstruktur in der Aahalden
- 1 Schürf- und Ruderalfläche in der Steinweid
- 1 Schürffläche in der Ober-Hinterrüti, Horgen
2 Neue Obstgartenprodukte wurden lanciert:
- Steinacher Apfel-Punch
- Chili-Baumnuss-Pesto
Die Internetseite wurde neu gestaltet --> www.naturschutzprodukte.ch
Für interessierte Landwirte und die Arbeitsgruppe wurde eine Abendexkursion von Untermosen nach Aahalden organisiert. Sie fand grossen Anklang.

2012
- Auf 7 Betrieben wurden über 100 Hochstamm- Obstbäume gepflanzt. Die Aktion wurde vom SVS/Birdlife Schweiz unterstützt. Weitere Pflanzungen fanden im Rahmen des Vernetzungsprojekt Horgen - Wädenswil statt - 2 bestehende Hecken wurden um 100 m verlängert
- Bau von 2 Reptilienburgen
- 2 x zeitlich gestaffelte Mahd (Steinacher und Scheller)
- 2 x Beweidungen mit Schafen (Badenmatt und Üsseri Rietwis)
Im Jahr des Braunen Langohr wurde die Suche nach Fledermausvorkommen intensiviert.
Gefunden wurden:
- 4 Quartiere Braunes Langohr
- 4 Quartiere Zwergfledermaus
- 1 Wochenstube mit 23 Bartfledermäusen
- 1 Sommerquartier Grosser Abendsegler
Inventar auf 4 Landwirtschaftsbetrieben:
- 25 gesichtete Schmetterlingsarten
- 10 festgestellte Heuschreckenarten
- 2 Vorkommen von Glühwürmchen in der Aahalden und Untermosen
- 3 Maulwurfsgrillenvorkommen gefunden mit Hilfe des InfoMerkblatts über die Maulwurfsgrille
Auf 9 Magerwiesen/Ruderalflächen wurden 92 verschiedene Pflanzenarten gefunden, welche in der Umgebung nicht vorkommen. Von 20 Prioritätsarten wachsen bereits 16 im Gebiet vom Obstgartenprojekt.

2011
- Erweiterung mit 2 weiteren Magerwiesen bzw. Ruderalflächen im Gebiet Felsen und im Wändel, Wädenswil
- Für Reptilien wurde ein grosser und wintersicherer Unterschlupf gebaut
- 3 Primarklassen besuchten den Obstgartenworkshop im Steinacher bei Eva und Werner Haab
- Ebenfalls wurde ein Ferienpass- Anlass der Stadt Wädenswil durchgeführt
- Am 2. Oktober fand bei Sonnenschein das Fest "NATUR & PUUR" statt

Zwischenbilanz 2007 - 2010: 4-Jahre Obstgartenprojekt
Es entstanden
- 14 artenreiche, magere Blumenwiesen
- 6 Reptilienstrukturen
- 1 Trockenmauer
- Viele Ast- und Steinhaufen

Zusätzlich wurden 120 junge Hochstamm-Obstbäume gepflanzt

2010
- Ende 2010 existieren total 14 Blumenwiesen und Ruderalflächen mit einer Grösse von1 - 4 Aren. Das Ziel von 10 Flächen wurde dank der Mitarbeit von Landwirten übertroffen.
- Auf 10 Teilflächen konnte eine 2 - 3 teilige Staffelung der Schnittzeitpunkte eingeführt werden. 1. Schnitt ca. 10. Mai, 2. Schnitt ab 2. Juni und 3. Schnitt ab 21. Juni.
- Im Projektgebiet sind über 150 Nistkästen aufgehängt, davon ca. 60 Halbhöhlen speziell für Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper etc.
- Die seltene Fledermausart Braunes Langohr wird durch aufgehängte Fledermauskästen und durch nachtblühende Pflanzen gefördert. Es existiert eine Wochenstube (8 Tiere) und in 4 Dachstöcken konnten Spuren nachgewiesen werden.
- Im Jahre 2010 (wie auch 2008) wurden systematische Bestandsaufnahmen von Tagfaltern und Heuschrecken durchgeführt. Insgesamt konnten 28 Tag- und Nachtfalter- und 8 Heuschreckenarten festgestellt werden
- Auf den 7 erstangelegten Blumenwiesen konnten 72 Pflanzenarten nachgewiesen werden, darunter auch bedrohte Raritäten wie Durchwachsener Bitterling (Blakstonia perfolinta) oder Kreuzblättriger Enzian (Gentiana cruciata). Im Durchschnitt wachsen auf den Blumenwiesen 30 Arten, die in der Umgebung nicht vorkommen.
- Es wurden, wie 2009, mit 3 Schulklassen halbtägige Workshops im Obstgarten durchgeführt.

2009
- Der Projektperimeter wurde ausgeweitet, wo mindestens eine Zielart vorkommt.
- Mittels Kastenkontrollen, Gebäudeuntersuchungen und Baumkontrollen wurden Quartiere von Fledermäusen ermittelt. Es wurde an verschiedenen Orten das Braune Langohr, typischer Obstgartenbewohner, nachgewiesen.
- 2 weitere Schürfflächen wurden in der Aahalden und im Längeberg geschaffen.
- In der Aahalden wurde mit Freiwilligen aus 25 t losen Steinen eine 2 m hohe und 8 m lange Trockenmauer gebaut, welche vielen Tierarten Unterschlupf bieten wird.
- Neben der kiesigen, sandigen Magerwiesenfläche wurde ein Tümpel für Molch und Erdkröte ausgehoben.
- 7 im Rahmen des Obstgartenprojekts 2007 und 2008 angelegte Magerflächen wurden botanisch inventarisiert. 62 einheimische Pflanzenarten, welche nicht in der Umgebung vorkommen, wachsen insgesamt auf diesen neuen Flächen. Die artenreichste Fläche weist mehr als 42 Arten auf. Eine tolle Biodiversität.
- Mit drei Unterstufen-Schulklassen aus Wädenswil wurden jeweils ein halbtägiger Workshop durchgeführt mit den Themen Gartenrotschwanz, Fledermaus, Wildbiene, Obstbaum und Wiese.
- Seit Dezember 2009 ist der neue Mousseux d'Eva, der Apfelschaumwein vom Zürichsee, auf dem Markt. Verkauf im Hofladen von Familie Haab, Im Steinacher, Au.

2008
- Im Frühling 2008 warten über 80 Halbhöhlen-Nistkasten im Projektgebiet auf ihre zurückkehrenden Bewohner
- Die Gartenrotschwanz-Kartierung ergibt 3 Bruten (eine wird ausgeraubt) und 5 singende Männchen, welche vermutlich keine Weibchen finden. Eine Nistkastenkontrolle ergab 4 Nestlinge.
- Zwischen Juni und August werden bei Kartierungen 20 Arten Tagfalter, 7 Arten Heuschrecken und 2 Spinnenarten festgestellt
- Im Weiteren wird eine Kolonie Braunes Langohr im Dachstock eines Bauernhauses gefunden. 8 Fledermauskästen aufgehängt
- Sehr erfreulich ist die Schaffung von 4 weiteren Schürf-/Magerflächen: im Steinacher in Wädenswil, am Waldrand vom Grossholz, im Längimoos und in der Sunnau in Horgen
- Extensive Beweidung mit Schafen gestartet
- Ebenfalls auf 2 Landwirtschaftsbetrieben wird eine gestaffelte Mahd durchgeführt

2007
- Am 10. April 2007 wird in der Üsseren Rietwies in Horgen der erste Spatenstich ausgeführt und im Rahmen des Projektes eine Ruderalfläche und eine Blumenwiese angelegt
- Im Steinacher in der Au und im Längeberg in Horgen werden ebenfalls neue Ruderalflächen geschaffen
- Im Unterort wird ein Reptilien-Standort geschaffen. Durch Direktbegrünung (Schnittgut vom Hirzel) und Ansaat wurde sichergestellt, dass wertvolle, artenreiche Biotope entstehen, welche das Insektenangebot vergrössern.
- Seit 2005 werden von Ornithologen der NVV Horgen und Wädenswil die seltenen Obstgarten-Vögel kartiert
- Es werden 5 Bruten vom Gartenrotschwanz entdeckt. Eine Brut wird kontrolliert: 3 Nestlinge. Normal sind bei genügend Nahrung 5 bis 7 Junge.
- Im Jahr 2007 startet ebenfalls die Kartierung von Heuschrecken und Tagfalter